Dass Akismet als Anti-Spam Lösung im WordPress Blog nicht grundsätzlich für alle kostenlos ist, ist mir schon seit Jahren ein Begriff. Soweit ich mich entsinne sollte damals, als ich mir Akismet zu Gemüte führte, dieses Anti-Spam Plugin nur für private Blogs kostenlos sein, während Blogs, die über einen bestimmten Betrag verdienten für Akismet bezahlen mussten. Nun habe ich gerade durch Stefans Artikel Akismet: Teurer Kommentar-Spam erfahren, dass Akismet seine Gebühren überarbeitet hat und jetzt nur noch für ganz kleine Blogs kostenlos ist.
In der Tat ist die Gebührenstaffelung von Akismet aber etwas undurchschaubar und kann nur mit durch die verschiedensten Varianten durch klicken eingesehen werden. Kostenlos ist Akismet nur noch für private Blogs, für die Werbung, Affiliate Links sowie Produkt- und/oder Service Anpresungen ein Fremdwort sind und zudem weniger als 10.000 Seitenaufrufe pro Monat haben.
Gerade den Punkt promotes a product or service finde ich heftig, denn ich glaube es gibt auch kaum einen privaten Blog, der noch nie über ein Produkt oder eine Dienstleistung geschrieben hat.
Die kleinste nicht kostenlose Akismet-Nutzung nennt sich Professional und kostet 5 USD pro Monat (für zwischen 10.000 und 25.000 monatliche Seitenaufrufe). Dann geht es weiter mit Enterprise für ab 50 USD pro Monat und dann gibt es noch Web App für ebenfalls ab 50 USD pro Monat. Enterprise bezieht sich auch auf die Anzahl der unterschiedlichen Domains und Web App jeweils auf eine bestimmte Zahl von Prepaid API Calls. Im großen und ganzen sind das aber nur “ab” Beträge für die Nutzung von Akismet im WordPress Blog und unter Umständen, je nach der Höhe der monatlichen Seitenaufrufe, kann es auch richtig teuer werden. So liegt der höchste monatliche Betrag in der Akismet Gebührenstaffel bei 1000 USD.
Diese neue Gebührenstaffelung von Akismet finde ich ehrlich gesagt schon ziemlich heftig. 5 USD pro Monat klingt auf den ersten Blick zwar nicht unbedingt als viel, aber der Sprung auf die nächste Gebührenstaffel ist dann schon ziemlich hoch mit 50 USD pro Monat. Dieser ist für Blogs mit mehr als 25.000 Seitenaufrufen (zwischen 25.000 und 100.000 Page Views pro Monat) fällig.
Nun ist das Akismet Plugin also auch für gänzlich private Blogs nicht mehr kostenlos, außer sie haben weniger als 10.000 Seitenaufrufe pro Monat. Wer mit seinem Blog Geld verdienen möchte (hier reicht wohl auch schon der Versuch, also das simple Vorhandensein von Werbung welcher Art auch immer), für den ist Akismet von Grund auf nicht mehr kostenlos.
Neben dem Punkt, dass Akismet nun nur noch für ganz kleine Blogs kostenlos ist, ist der Einsatz im deutschsprachigen Raum aus datenschutzrechtlichen Gründen fraglich, zumal es für jeden im Blog abgegebenen Kommentar “nach Hause telefoniert” und seine Datenbank abgleicht. In jedem Fall muss bei der Nutzung von Akismet die Datenschutzerklärung im eigenen Blog entsprechend angepasst werden (siehe auch Wikipedia).
Für mich gehört es von Anfang an bei jeder WordPress Installation zum Standard, als erste Handlung das Akismet Plugin gänzlich aus dem Blog zu verbannen und vom Server zu löschen. WordPress wird ja leider mit Akismet ausgeliefert. Es gibt aber genug WordPress Blogger, die immer noch auf Akismet als Anti-Spam Maßnahme für ihren Blog zurückgreifen und sich unter Umständen gar nicht darüber bewusst sind, dass dieses Plugin nur noch in den wenigsten Fällen kostenlos ist.
Für WordPress Blogs ist Akismet definitiv aber nicht die einzige Möglichkeit, sich vor lästigem Kommentar-Spam zu schützen. Ich persönlich nutze die beiden Plugins NoSpamNX und Simple Trackback Validation und bin mit beiden sehr zufrieden. Auch die Antispam Bee wird von vielen Bloggern gerne genutzt. Kostenlose Alternativen zu Akismet sind vorhanden, warum also für Akismet bezahlen?
Wer Akismet in seinem Blog noch nutzt sollte sich langsam aber sicher Gedanken machen und prüfen, ob es für ihn auch wirklich noch kostenlos ist. Sonst könnte bald mal eine Rechnung ins Haus flattern, die unter Umständen gar nicht so günstig ist.