Der Sinn oder Unsinn der Blogroll

Die Blogroll oder auf deutsch Blogrolle ist mit eines der beliebtesten Blog Phänomene. Nur eine Minderheit der Blogger verzichtet auf die Blogroll. Die Gründe für den Verzicht sind wohl genauso unterschiedlich wie die Aufnahmekriterien der Blogger für ihre Blogroll und deren Platzierung auf dem Blog. Alles haben aber alle Blogrolls gemeinsam: Sie stellen eine Sammlung diverser Links zu anderen Blogs oder Webseiten dar. Kurze Blogrolls sind dabei ebenso anzutreffen wie Blogrolls mit vielen Links und nicht selten wird dabei nach der „ich Dich und Du mich“ Weise verfahren. Abgesehen davon sehen es viele Blogger als Privileg an, in die Blogroll eines anderen aufgenommen zu werden. Wer nun in berühmter SEO Denkweise meint, dass es bei der Blogroll vordergründig um den Backlinkaufbau geht, irrt, denn Blogger ticken nur in den seltensten Fällen wie SEOs, sie haben und leben ihre eigenen Gesetze.

Bei der Blogroll geht es den meisten Bloggern um die Vernetzung, denn das ist es, was Blogger am liebsten tun, sich gegenseitig und mit so vielen anderen Bloggern wie möglich zu vernetzen, Partnerschaften zu bilden. Der Link wie ihn ein SEO sieht, zählt dabei nur wenig bis gar nicht. Nur so ist für mich zu erklären, warum in aller Welt ein Mensch zum Beispiel einen „nofollow“ Link als Privileg ansehen will.

Schon eher ist das Motiv für einen Blogroll Link bei den Bloglesern zu sehen, so nach dem Motto „schickst Du mir Deine Leser, schicke ich Dir meine Leser“. Das ganze machen wir natürlich noch mit einigen anderen Blogs und so wird das Netzwerk immer weiter erweitert und alle haben was davon, schicken ihre Leser von einem zum anderen. Networking vom Feinsten, das kann man definitiv von den Bloggern lernen, denn Networking haben Blogger so gut drauf wie keine andere Spezies im Netz.

So bestehen manche Blogrolls aus Links zu Blogs, in welchen der verweisende Blogger selbst gerne liest und kommentiert. Andere wiederum verlinken ausschließlich nur thematisch ähnliche Blogs oder Blogs, die sie grundsätzlich für lesenswert halten. Motive, die schon eher in die SEO Sichtweise passen würden wie beispielsweise Linktausch, weisen viele Blogger entrüstet mit dem Satz „ich kann doch niemanden verlinken den ich nicht kenne und auch gar nicht kennen lernen möchte“ von sich.

Besonders findige Blogger kommen auf die Idee Links aus ihrer Blogroll auch zum Kauf anbieten. Dass dies eine so genannte Black Hat SEO Maßnahme ist, die gegen die Qualitätsrichtlinien Grundprinzipien von Google verstößt, dürfte nach mittlerweile mehr als einem Jahr wirklich jedem klar sein. Aber auch „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“. Die Sanktionen die Google gegen die entsprechende Webseite verhängt, sobald sie ihr auf die Schliche kommen (und das tun sie mit Sicherheit früher oder später), können auch tief greifend sein.

Es gibt sicher noch einige weitere Gründe, die gegen eine Blogroll sprechen. Als Beispiel seien hier noch die Fragen genannt, mit denen sich viele Blogger irgendwann einmal konfrontiert sehen: Wen nehme ich auf und wen nicht und wann ist definitiv eine Ende angesagt? Ist dann jemand beleidigt oder wer fühlt sich auf den Schlips getreten und ähnliches?

Und wer sich zum Beispiel dafür entscheidet, die Blogroll anstatt in die Sidebar auf eine eigene Seite zu setzen, dem sei hier gesagt, dass Google keine Linkfarmen beziehungsweise Seiten auf denen sich nur Links befinden mag und diese aus dem Index befördert.

Ich persönlich habe mich gegen eine Blogroll auf meinem Blog entschieden. Finde ich am fairsten für alle, denn entweder verlinke ich dort alle oder keinen. Da erscheint mir doch das letztere das sinnvollste ;-) Schließlich finde ich viele Blogs sehr interessant und empfehlenswert und irgendwie hat jeder seine ganz besonderen und individuellen Highlights. Ich liebe Euch alle, habe viele von Euch in meinem Feedreader und freue mich, bereits nach so kurzer Zeit schon so viele nette und tolle Bekanntschaften gemacht zu haben.

Artikel vom: