Wenn ich diese Frage ehrlich beantworte, dann würde ich sagen, der Google Pagerank ist für so gut wie gar nichts mehr gut. Entwickelt, eingeführt und patentiert von den Gründern von Google als wirksames Verfahren gegen den Missbrauch der Linkpopularität würde ich sagen, dass sich das PR-Verfahren mittlerweile selbst ein Loch ins Knie geschossen hat. Den Google Pagerank – in SEO Kreisen auch einfach abgekürzt PR oder grüner Balken genannt – gibt es nach wie vor, doch seine Popularität beziehungsweise sein Ansehen ist gerade in Profi-SEO-Kreisen im letzten Jahr erheblich gesunken.
Der PageRank verdankt seinem Namen dem Google Mitbegründer Larry Page, der zusammen mit Sergey Binn das PageRank Verfahren entwickelt, patentiert und eingeführt hat. Die Idee hinter dem komplizierten Algorithmus ist, die Beziehungen (Verlinkungen) zwischen Webseiten darzustellen und zu bewerten.
So geht die ursprüngliche Idee hinter dem PageRank davon aus, dass je mehr Links auf eine Webseite verweisen, desto höher ist die Gewichtung dieser Seite. Beim PageRank Algorithmus wird aber nicht jeder Link gleich betrachtet, sondern die Wichtigkeit jedes einzelnen Links spielt ebenfalls eine Rolle. So ist der Effekt beziehungsweise die Auswirkung eines Links umso höher, je höher dessen Gewichtung ist.
Dem PageRank wurde eine Skala von 0 bis 10 zugewiesen, wobei 0 für absolut unwichtig und 10 für äußerst wichtig steht. Diese Skala wird in der Google Toolbar anhand eines entsprechend langen grünen Balken mit dem jeweiligen Wert für jede einzelne Webseite ausgewiesen.
Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass beispielsweise 5 Links von Webseiten mit einem Google PageRank von 5 weitaus wichtiger sind als 5 Links von Webseiten mit einem Google PageRank von 1 und aufgrund dessen die Auswirkungen dieser 5 PR5 Links auf Deine Webseite höher sind. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Vererbung, denn ein jeder Link vererbt auch seinen eigenen PageRank, gibt ihn ergo auch an die gelinkte Webseite weiter.
So war lange Zeit die Folge, dass eine Webseite, die beispielsweise den Google PageRank von 6 oder mehr inne hatte, als Autorität betrachtet wurde, die ergo viele Links aufweisen musste, von denen zudem noch einige von anderen Autoritätsseiten stammen. Dass eine solche Webseite besser rankt als eine niedriger bewertete Seite war klar.
Doch auch dies gehört mittlerweile mehr oder minder der Vergangenheit an, denn wie auch vieles andere von Menschenhand entwickelte, weist auch das Google PageRank Verfahren seine Lücken auf. So sind mir im Laufe meiner SEO-Zeiten nicht wenige Webseiten untergekommen, die zwar eine hohen Google PageRank aufwiesen, doch wenn ich mir die Backlinks dieser Domain betrachtete, ich gerade mal 10 bis 15 Stück erblicken konnte. So benötigt beispielsweise bis heute eine Webseite nicht mehr als 2 PR7 und 5 PR6 Links, um selbst einen Google PageRank von 6 ausgewiesen zu bekommen, das sind sage und schreibe 7 Links. Was denkt Ihr, für was ein Link von einer solchen Webseite gut ist? Zu nichts anderem, als ebenfalls ein Stück vom PageRank Kuchen abzugeben, denn alles andere beeinflusst ein solcher Link mangels eigener Linkpopularität nur minimal.
Dies ist aber nur einer der vielen (manipulativen) Folgen die aus dem Google PageRank entstanden. So war beispielsweise auch bis zum Ende 2007 der Handel mit PageRank Links in vollem Gange und es gab nicht wenige, die sich damit eine goldene Nase verdienten. Hohe PR Links wurden einkauft wie Sand am Meer und fast jeder, der wusste, wie man selbst über einen entsprechend langen grünen Balken verfügen konnte, versuchte dieses Wissen als Einnahmequelle für sich umzusetzen. War ja gar nicht so schwer, es brauchte nur einiges an Geld zu Vorinvestition, etwas Zeit bis zum nächste PR-Update, welches ca. 4x pro Jahr läuft, und schon konnte der findige Webmaster sein Geschäft eröffnen.
Im Oktober 2007 läutete es aber Sanktionen seitens Google gegen dieses manipulative Geschäft, der Linkhandel wurde zur Black Hat SEO Maßnahme (unerlaube Technik) erklärt und es gibt seitdem auch die Möglichkeit und Aufforderung seitens Google, sämtliche bezahlten Links zu melden. Die Auswirkungen vor allem für Verkäufer waren fatal. Der PageRank wurde zurückgestuft (teilweise bis auf 0), das Ranking der entsprechenden Domains aufgehoben und es gibt bis heute nicht Domains, die sich nicht mehr erholt haben, schlicht und ergreifend „Abfall“ sind.
Nichtsdestotrotz blüht auch heute noch das Geschäft des Linkhandels (meist unter vorgehaltener Hand) und aufgrund der vielen manipulativen SEO Techniken rund um den PageRank wurde auch der Algorithmus angepasst. So ist heute eine Seite mit hohem PR nicht mehr unbedingt eine Autorität und Webseiten mit niedrigerem PageRank können nach wie vor auch weitaus besser ranken als Seiten mit hohem PR. Im Gegensatz dazu zeigt es höchstens an, dass dem Webmaster der PageRank schnuppe ist und er seine Optimierung auf andere, weitaus bessere Techniken setzt.
Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen, für was der PageRank eigentlich noch gut ist, fasse ich kurz zusammen: Der Google PageRank beeinflusst das Ranking einer Webseite nur minimal, er zeigt kaum mehr Autoritäten an bzw. die Unterscheidung zwischen wirklicher Autorität und gefakter PageRank Autorität ist nur anhand einer Backlinkanalyse zu treffen, und Geld verdienen kann beziehungsweise sollte man damit auch nicht mehr, wenn einem seine Domain lieb ist. Fazit: Eigentlich könnte Google den PageRank abschaffen und sich etwas Neues ausdenken, denn die Idee hinter dem PageRank ist schon länger Tod. Schlicht und ergreifend ist der PageRank nicht mehr viel wert und höchstens noch zum “Ego-Streicheln” gut.