Die Geschichte über mein erstes Auto entführt Euch 21 Jahre in die Vergangenheit. Eigentlich war mein aller erstes Auto ein Fiat 127, doch leider lebte dieser nur ein paar Tage, so dass er dann doch nicht so wirklich als erstes Auto zählt. Ihm folgte ein Peugeot 104 Coupé, mit dem ich die ersten Jahre als Führerscheinneuling verbrachte. Heute werden Autos stabiler und langlebiger gebaut als damals, so dass die Geschichten über das erste Auto aus meiner Generation in der heutigen Zeit wohl kaum mehr zutreffen werden.
Falls Ihr übrigens Lust habt auch über “Mein erstes Auto” in Eurem Blog zu berichten: Nur zu! Das Ganze würde sich hervorragend als Aktion eignen. Momentan ist es nur leider immer noch etwas ruhiger in der Blogosphäre, so dass ich an eine rege Teilnahme einer solchen Aktion nicht wirklich glaube. Aber belehrt mich einfach eines Besseren
Um über mein erstes Auto zu berichten muss ich Euch in das Jahr 1988 entführen. Am 21. August 1988 wurde ich 18 Jahre alt und am 23.08.1988 hatte ich dann endlich meinen Autoführerschein in der Hand und wurde mit meinem ersten Auto auf die fahrende Menschheit losgelassen.
Das Bild links zeigt mich im Jahr 1988. Nun aber erst einmal kurz zu meinem ersten Auto, das mir mein Opa zum 18. Geburtstag schenkte. Einen knall orangen Fiat 127. Da mein Opa, ein gebürtiger Augsburger (Schwabe), zur knausrigeren Sorte gehörte, meinte er, dass ein Fiat 127 für damals 500 Mark für seine Enkelin genau das richtige Geschenk wäre. Ein paar Tage später war auch mein Opa etwas schlauer, denn der Fiat 127 fiel einfach Stück für Stück auseinander:
Die kleinen Dreiecksfenster (Ausstellfenster) vorne, durfte man nicht berühren, denn sonst hatte man sie in der Hand. Der Beifahrersitz war für “Allzeit bereit” Personen konzipiert, sobald man anfuhr, lag der Beifahrer auf seiner Seite im Auto. All das steckt ein Führerscheinneuling mit der Freude über sein erstes Auto noch relativ gut weg. Etwas ernüchternder waren dann die ersten kurzen Fahrten, als ich feststellen musste, dass der Lüfter im Motor nicht angeht. Gut, den konnte ein Freund überbrücken. Etwas dummer schaute ich dann aus der Wäsche als ich nach dem Aussteigen die Tür zuschlug und das Fenster sich verabschiedete. Da trat ich mal schnell gegen das Auto und stellte fest, das dieser Schritt wirklich ein Fehler war, denn… ich steckte mit meinem Fuß in der Karosserie fest.
Ich glaube ich muss nicht weiter erzählen, mein Opa merkte auch relativ schnell dass der Fiat 127 ein Fehlkauf war und fuhr mit mir kurzerhand zum Peugeot Händler und erstand einen Peugeot 104 Coupé für seine Enkelin, für den er schon etwas tiefer in die Tasche greifen musste: 1500 Mark, aber dafür war das Auto laut Händler wirklich fahrbereit, verkehrssicher und genau das Richtige für Opas Enkelin.
Sorry für die beiden doch etwas schlecht geratenen Fotos aus meinem Fotoalbum von damals. Der Peugeot 104 begleitete mich in meiner Zeit als Führerscheinneuling und natürlich erlebte ich auch mit dieser “alten Gurke” so einiges wie z.B. einen Vergaserbrand, mehrere Anlasser (die hielten jeweils immer nur ein halbes Jahr), gerissene Tachowelle, vereiste Türschlösser etc.
Alles in allem war mein nun wirklich erstes Auto, der Peugeot 104, aber eine klasse Erfahrung, die ich rückblickend gesehen nicht missen möchte. Der Vorbesitzer hatte ihn an Motorhaube und Dach mit dem Pinsel lackiert, so dass die rote Tür vom Schrottplatz nach meinem ersten Unfall (mir fuhr einer voll in die Seite und mein liebes erstes Auto war ein wirtschaftlicher Totalschaden) auch nicht wirklich ins optische Gewicht fiel.
Mit einem alten Auto als erstes Auto hat man nicht nur das Gefühl, dass es eh wurscht ist, wenn man mal beim Einparken an irgendeinem Pfosten oder einer Mauer anditscht, sondern man hat rückwirkend gesehen auch wirklich viel Spaß und sammelt sehr viele technische und fahrpraktische Erfahrungen. So hätte ich z.B. mit einem neueren Auto bei Eis und Schnee wohl keine Fahr-, Gas- und Vollbremsübungen gemacht und wüsste heute wohl auch nicht wie es ist, bei dieser Wetterlage auf Cowboystiefeln an einem Seil hinter einem Auto zu hängen