Mein Wunschzettel

Könnt Ihr Euch noch an die Zeit erinnern, in der wir Kinder waren und regelmäßig zur Weihnachtszeit unseren Wunschzettel an den Weihnachtsmann schrieben? Wann hat das angefangen mit dem Wunschzettel und vor allem wann hörte das wieder auf? Als Kinder hatten wir noch unsere kleinen und auch größeren Wünsche, mit vor Glück strahlenden Augen, wenn wir an die Erfüllung des ein oder anderen Wunsches dachten.

Aber wie sieht das heute als Erwachsener aus? Sicher haben wir immer noch Wünsche, doch sind diese in vielen Fällen größer und oft auch unerfüllbarer geworden. Wollen wir unsere Wünsche nicht vielleicht besser auch Träume nennen? Ich denke das Wort Traum kommt dem was wir oft Wunsch nennen, meist näher. Oder haben wir auch verlernt zu träumen? Die ein oder anderen vielleicht. Egal ob Wunsch oder Traum, wie viel Zeit des Tages verbringen wir damit, an unsere Wünsche zu denken?

Verbringen wir nicht viel mehr Zeit damit, an das zu denken, was wir nicht wollen? An das, was uns gerade gar nicht behagt, was wir ändern wollen, was wir gerne anders hätten? Für die meisten von uns dürfte das zutreffend sein, nicht wahr?

Tag ein Tag aus denken wir an das was wir nicht wollen, was es zu vermeiden gilt. Wir befinden uns in einer beschissenen Situation und zermartern uns das Hirn, wie wir da wieder raus kommen. Vielleicht finden wir ein paar Lösungsansätze und doch sitzen wir meistens Tag ein Tag aus in der selben Sch… Ganz nach dem Motto: „Und wieder ist ein Tag vollbracht, und wieder haben wir sch… gemacht. Und morgen geht es mit dem selben Fleiße wieder an die gleiche Sch…“ Wie fühlen wir uns dabei? Nicht wirklich gut, oder?

Dann kommen wir nach Hause, Fernseher an und von was erzählen uns die Nachrichten? Ich würde den Tag im Kalender ganz rot anmalen, an dem wir nur schöne Sachen hören würden. Denn stattdessen hören wir den Mist, der hier passiert ist, das Übel von dort und noch viel schlimmer, das ist ganz wo anders geschehen.

Wenn der Tag dann gut gelaufen ist, war’s das und wir können uns noch ein bisschen entspannende Freizeit gönnen. Wenn es aber einer dieser schlechteren Tage ist, nörgelt der Partner, keift vielleicht das Kind und der Nachbar klingelt und zetert.

Was will ich damit sagen? Nun, mir ist (wieder mal) klar geworden, dass ich mich fast ausschließlich mit der Negativität und deren Beseitigung beschäftige, anstatt mich auf die schönen Dinge des Lebens zu konzentrieren. Sicher mag meine Beschreibung etwas übertrieben sein, doch so ähnlich dürften wir sie alle kennen. Wie viel Zeit des Tages verbringen wir damit, an unsere Wünsche zu denken? Mit hoher Wahrscheinlich recht wenig.

Und da ich genau dies ändern möchte, bin ich auf die Idee Mein Wunschzettel gekommen. Ich schreibe jetzt einen Wunschzettel, den ich mir (mehrmals) täglich auf Wiedervorlage lege. Dann ich sehe ihn mir wieder und wieder an, verweile bei jedem Wunsch und stelle mir vor, wie es ist, wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht. Wie ich mich dann verhalte, was ich dann tue, wie ich mich dabei fühle… Wunsch für Wunsch… Jeden Tag ein paar Minuten lang immer mal wieder Kind sein. Denn als Kinder konnten wir dies alles noch sehr gut. Diese Fähigkeit ist uns aber leider mit der Zeit etwas abhanden gekommen.

Wer mitmachen möchte ist gerne eingeladen. Natürlich nicht öffentlich, denn so ein Wunschzettel ist eine sehr private Angelegenheit. Aber ich denke es wird Spaß machen, vor allem wenn einem dann auf einmal auffällt „oh dieser Wunsch ist abgehakt, er ist erfüllt“… oder auf einmal auch neue Wünsche auftauchen und den Wunschzettel ergänzen.

Nur die Sache mit dem Wunschzettel hat einen kleinen Haken. Auf dem Wunschzettel dürfen nämlich nur positive Formulierungen stehen. Oder hat von Euch einer auf seinen Kinder-Wunschzettel z.B. geschrieben: „Ich will keinen grünen Bagger, denn grüne Bagger finde ich doof“? Mit Sicherheit stand stattdessen drauf: „Ich wünsche mir ein rotes Feuerwehrauto“

Wem also beispielsweise daran gelegen ist, dass am Ende des Geldes nicht mehr ständig einiges an Monat übrig ist, der formuliert: „Ich wünsche mir (oder ich will), dass am Ende des Monats noch genug Geld übrig ist, um…“ oder so ähnlich.

Und natürlich sollte auf dem Wunschzettel auch nicht unbedingt stehen „Ich will einen Ferrari“ oder „Ich wünsche mir eine dicke Villa“, wenn im Grunde genommen gar nicht daran geglaubt wird, dass dieser Wunsch je in Erfüllung gehen könnte. Oder habt Ihr als Kinder auf Euren Wunschzettel geschrieben „Ich will fliegen können“ oder „Ich möchte eine Prinzessin sein“?

Mein Wunschzettel wird also positiv formulierte erfüllbare Wünsche enthalten, die ich mir tagtäglich immer wieder vor Augen halte und bei jedem Wunsch etwas ins träumen verfallen, mir vorstelle, wie es wird, wenn dieser Wunsch erfüllt ist. Und wer nun z.B. erst einmal gar nicht weiß, was er auf seinen Wunschzettel schreiben soll, wie wäre es dann mit: “Ich will wissen, was ich will”?

Artikel vom: